Norwegen

Myrdal, Norwegen

Heute sind wir, meine Reisebegleitung der ersten Woche und ich, in Myrdal angekommen- einem winzigen Ort auf etwa 1000 Meter Höhe zwischen Oslo und Bergen, wo es nichts gibt, außer einem Bahnhof, 6 Häusern, einem Gebirgsbach und einer tollen Aussicht.
Noch nicht mal Autos sieht man, weil es gar keine Straßen gibt.
Wir konnten also nicht anders, als unsere Zelte mitten in dieser unfassbaren Landschaft aufzustellen.

Die Bahnfahrt von Oslo hierher (Bergenbahn) war sehr schön. Nicht umsonst ist die Strecke als eine der schönsten der Welt bekannt.
Vorbei an Seen und Feldern, schönen Wäldern und Bergen klettern die Schienen auf bis zu 1111 Meter Höhe, in die Hardangervidda. Nur ein paar Hütten und Schafe erinnern an menschliches Leben, aber ansonsten begreift man ganz schnell in welch einsamer Gegend man hier gelandet ist.

Aber gerade hier kann man sehr gut abschalten, einfach sein Zelt aufbauen, Holz suchen und das Leben genießen.

Alesund, Norwegen

Mittlerweile bin ich alleine unterwegs und auf der Reise gen Norden.
Auf der heutigen Suche nach einem Platz zum Wild campen habe ich mich eine Gruppe anderer Bagpacker angeschlossen, was vielmehr in einem Chaos und letztendlich in einer teuren Jugendherberge endete.
Ohne Begleitung zu reisen ist ein ganz anderes Gefühl, was ich aber bis jetzt nur empfehlen kann.
Man entwickelt ein ganz anderes Bewusstsein für das Umfeld und erlebt alles viel intensiver.
Morgen fahre ich weiter nach Norden und werde mich dann schnell nach Schweden aufmachen da die Lebensmittelpreise so langsam mein kleines Reisebuget sprengen.

Tag 2 in den Vogesen

Heute morgen sind wir von der warmen Sonne und Vogelgezwitscher aufgewacht. Das Wetter hat sich also tatsächlich gebessert und so stand unserem Vogesentag nichts mehr im Wege.

Nach einem entspannten Frühstück sind wir mit dem Auto wieder Richtung Col de la Schlucht gefahren. Selbst auf dem Weg dorthin haben wir viele Sachen gesehen die wir am Tag davor nichtmal erahnt hätten und wir haben ein paar Mal an der Straße angehalten um Fotos zu machen. Insbesondere direkt nach Gerardmer war direkt an der Straße ein Wasserfall, den man aber nicht beim Vorbeifahren sieht. Man muss auf dem Parkplatz halten und dann auf die andere Straßenseite einen Weg reingehen. auch ein sehr schöner Ort um Picknick oder Fotos zu machen.

Oben am Col de la schlucht war eine große Sommerrodelbahn, die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Für 4 Euro wird man erst mit dem Sessellift nach oben gefahren und hat dann bei der Abfahrt eine traumhafte Aussicht auf die Region.

Den restlichen Tag sind wir auf der Kammstraße Richtung Süden bis zum Grand Ballon (der höchsten Erhebung der Vogesen) gefahren und haben zwischendurch immer wieder gehalten, Spaziergänge gemacht und die Gegend bewundert. Diese ganze Straße ist ein Erlebnis, da man aus dem Gucken nicht herauskommt. Auf dem Grand Ballon hat man dann schließlich eine sehr gute Aussicht die bei gutem Wetter bis in die Schweiz reicht.

Nach diesem ereignisreichen Tag gab es noch ein leckeres selbstgekochtes Abendessen und wir gehen mit der Hoffung auf einen genauso tollen nächsten tag ins Bett.

Tag 1 in den Vogesen

Heute startete unsere Tour in die Vogesen. Gegen 10 Uhr morgens sind wir bei Heilbronn ins Auto gestiegen und vollgepackt mit Zelt, Isomatten, Gaskocher und Regenjacken auf in richtung Frankreich gefahren.

Eigentlich hat es die ganze Fahrt über geregnet. Trotzdem war es ein sehr schönes Gefühl kurz nach straßbourg schon die ersten hügeligen Umrisse der Vogesen zu erkennen.

Nachdem wir von der Autobahn abgefahren sind ging es gleich über kleine Landstraßen richtig tief ins Gebirge. Trotz des echt schlechten Wetters haben wir uns verleiten lassen einer straße zu folgen, an der nur “Lac Vert” stand. Unbeirrt sind wir schätzungsweise 10km auf dieser Teerpiste den Berg hinaufgekrakselt um dann an einen Parkplatz zu kommen, wo man leider immernoch keinen See sehen konnte. Aber ohne viel zu überlegen haben wir unser Auto abgestellt und uns nur mit einer Kamera bewaffnet. (der see konnte schließlich nicht mehr weit sein) Im festen Glauben, dass dieses er”see”nte Gewässer auf der Spitze des leicht zu erkennenden Berges läge, sind wir immer weiter hochgelaufen. (nicht zu vergessen, dass es permanent richtig doll geregnet hat) Oben angekommen haben wir dann nichts weiter gesehen als eine Straße, was mich sehr demotiviert hat. davon abgesehen konnten wir die Aussicht nur erahnen da der komplette Berg in einer Wolke versunken war. Auf dem Weg nach unten war die Wolke etwas verzogen und so hatten wir 100 Meter entfernt vom Auto eine klasse sicht auf den erseenten See.

Klitschnass ging es dann weiter Richtung Campingplatz. Um nach Gerardmer zu kommen, muss man von Munster aus über den Pass “Col de la Schlucht” fahren. Die Straße schlängelt sich an einem Felsen rauf und dann wieder runter, und man fährt dabei durch 2 Felsbögen. Sehr abenteuerlich. Vor allem, wenn man nicht sieht wie weit es hinter der 50cm Mauer runtergeht.

Stopps haben wir keine mehr gemacht, da man wirklich bei diesem Wetter nichts sehen konnte.

In Gerardmer angekommen (der Regen hörte langsam auf) haben wir problemlos unseren Campingplatz gefunden. Wir hatten einen schönen Platz reserviert, wäre aber zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich nicht nötig gewesen. aber sicher ist sicher. So hatten wir wenigstens ein Domizil direkt am See. Jedoch wurde auch das uns wenig später wieder zum Verhängnis, denn als wir unser Quartier errichten wollten, wurden wir daran vom Dauerpächter sehr gestört- ein angriffslustiger Schwan wollte uns direkt mal zeigen wer hier der Chef vom Platz ist. Doch nach längerem Kräftemessen hat er uns wenigstens akzeptiert.

Zeltaufbau und essen kochen lief problemlos, sodass wir jetzt noch den Abend mit Blick auf den See geniessen können.

Alles in allem war es, trotz Regen, ein sehr gelungener Tag, denn jetzt sind wir gespannt was noch so alles kommen mag…